Eine neue Art Vokabeln zu lernen

Wer kennt das nicht? Eine trockene Liste voller Wörter mit Übersetzungen, Vokabeltest nächste Woche und „Los!“ Auf geht’s! Hämmert euch die Vokabeln in den Kopf rein und holt euch die sichere Eins im Test ab.

Ich persönlich fan diese Art zu Lernen immer, nun ja, ätzend. Sicherlich hat sie ihre Vorteile, besonders zu Anfang, um möglichste schnell einen Wortschatz aufzubauen.
Nur hat sie auch seine Nachteile.

  1. Einige meiner Kursteilnehmer lernen die Vokabelseiten bildlich oder chronologisch – was zur Folge hat, dass sie durcheinander kommen, sobald ich die Wörter kreuz und quer abfrage. Das zeigt mir, dass sie die Wörter ergo nicht ad hoc abrufen können.
  2. Man lernt die Vokabeln isoliert – was bringt es mir, die Vokabeln einzeln zu beherrschen, sie aber nicht im Gespräch parat zu haben? Die Vokabeln sind dann in der Tat ein Wortschatz, dessen Schlüssel man zur Truhe erst einmal finden muss.
  3. Es ist einfach dröge! Das ging sogar so weit, dass ich zum Schluss nur noch Bulimielernen angewandt habe: Vokabeln reinhämmern, beim Test aufs Papier k(l)otzen und eine Eins abstauben, danach Vokabeln vergessen.

Wieso lernt man die Vokabeln nicht spielerischer?

Wieso nicht aktiver?

Was meine ich überhaupt damit?

Meiner Erfahrung nach lernt man Vokabeln viel besser im Kontext. Das kann ein Gespräch sein oder auch ein Film. Damit kann man zumindest neu gelernt Wörter ausprobieren oder in Sätzen eingebettet erleben.

Wie lernt man jetzt jedoch neue Wörter? Warum nicht einmal als Rätsel? Ich beschreibe die gesuchten Vokabeln und die Schüler müssen darauf das gesuchte Wort erschließen. Oder kontextgebunden: Ich spreche mit meinen Schülern einen Einkauf im Supermarkt durch oder baue mit ihnen sprachlich ein Motorrad auseinander und wieder zusammen et cetera et cetera. Den Situationen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Oder man spricht einfach über ein Thema und lernt darüber hinaus nicht nur die Vokabeln sondern auch Redewendungen oder typische Formulierungen.

Also einfach sprechen!